Grußbotschaft von Papst Benedikt XVI. zum Tag der Heimat 2005
Zum Tag der Heimat hat seine Heiligkeit, Papst Benedikt XVI., den deutschen Heimatvertriebenen eine Grußbotschaft gesandt, in der er die Bedeutung der Heimat für den Menschen unterstreicht und ihre gewaltsame Wegnahme als einen Akt bezeichnet, der sich gegen die Menschenwürde richtet. Daher grüßt der Heilige Vater die Teilnehmer am Festakt zum Tag der Heimat in Berlin und lobt das Leitwort "Vertreibungen weltweit ächten" als ein Gebot der Menschlichkeit. Erzbischof Leonardo Sandri aus dem Staatssekretariat des Vatikans schreibt:
An die Teilnehmer am Tag der Heimat 2005, Berlin
Seine Heiligkeit, Papst Benedikt XVI. hat davon Kenntnis erhalten, dass der Bund der Vertriebenen am 6. August in Berlin einen "Tag der Heimat" begeht. Der Heilige Vater entbietet den Teilnehmern beste Segensgrüße und versichert sie seiner geistlichen Nähe.
Die Erfahrung gewaltsamer Vertreibung ist auch heute für unzählige Menschen schreckliche Wirklichkeit. Der Aufruf "Vertreibungen weltweit zu ächten" ist daher ein Gebot der Menschlichkeit, denn aus gesunder heimatlicher Verwurzelung schöpfen Menschen Lebensfreude, soziale Gemeinschaft und Zukunftshoffnung.
Heimat hat geografische, kulturelle, geistliche und religiöse Dimensionen. Sie gehört zum Menschen und seiner Geschichte und darf daher niemandem gewaltsam genommen werden. Ideologien, die Vertreibungen fordern oder rechtfertigen, richten sich gegen die Würde des Menschen.
Im Vertrauen darauf, dass die Menschen und Völker ihren Willen zu Frieden und Versöhnung aus dem Geist und aus der Kraft des Evangelium Jesu Christi nähren, erbittet seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. allen Teilnehmern des diesjährigen Tages der Heimat von Herzen Gottes beständigen Schutz und reichen Segen.
gez. Erzbischof Leonardo Sandri
Substitut des Staatssekretariats

